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© Brückenkopf-Verein Jülich e.V.
© Evelyn Wirtz

Die Brückenkopf-Festung Jülich

Jülich besitzt zwei einzigartige Beispiele der Fortifikationstechnik: die renaissancezeitliche Zitadelle und den napoleonischen Brückenkopf. Der Jülicher Brückenkopf als Baudenkmal von großer bau- und kunsthistorischer Bedeutung ist das einzige in Deutschland erhaltene Beispiel der Festungsbautechnik des französischen Empire zu Beginn des 19. Jahrhunderts.
Er bildet gemeinsam mit dem Hexenturm aus dem 14. Jahrhundert und der Zitadelle aus dem 16. Jahrhundert ein in Europa einmaliges Ensemble aus sieben Jahrhunderten Wehrtechnik.

Ausschnitt Brückenkopf aus dem Plan Mallets

Auf der westlichen Rurseite wurde das Festungsbau-werk Brückenkopf zwischen 1799 und 1813 von der französischen Armee im Rahmen des großangelegten Militärbauprogramms zur Sicherung der seit 1794 faktisch zum französischen Reich gehörenden Rheinprovinz errichtet.

Die bastionierte Festungsanlage besteht aus einem 30 m breiten Wassergraben und einem bis zu 20 m breiten Erdwall, der grabenseits von einer 1 m starken und 6 m hohen Escarpenmauer begrenzt wird. Die Gesamtlänge dieser aus Feldbrandziegeln gefertigten Mauer beträgt 930 m. 500 Schießscharten erlaubten den Einsatz von Handfeuerwaffen für den Nahkampf.
Mauer und Wall bilden den Grundriß einer dreizackigen Krone, woraus sich die Bezeichnung "Kronwerk" (frz. couronnement) für ein derartiges Festungsbauwerk erklärt. Wie alle Festungsbauten dieser Zeit besteht der Brückenkopf aus pfeilförmigen Bastionen und geraden Kurtinen, genauer gesagt aus 2 Halbbastionen im Süden bzw. Norden und einer Vollbastion in der Mitte der Anlage.
Für den Feind beinahe unsichtbar befinden sich auf dem Wall sieben getarnte, doppelstöckige Geschützstellungen, sogenannte Hohltraversen, deren obere Etagen eine kasemattierte d.h. bombensichere Aufstellung der achtpfündigen Vorderladerkanonen erlaubte.
Luftbild Brückenkopf
Alle Hohltraversen sind zum Schutz vor auftreffenden Geschossen mit einer begrünten Erdabdeckung versehen.
Zusätzlich verfügt die südliche Bastion des Brückenkopfes, die besonders stark ausgebaut wurde, über 1600 m² kasemattierter Räume mit 22 weiteren Geschützstellungen. Hinter dem Wall erstreckt sich der Waffenplatz, der als Aufmarsch- und Exerzierplatz diente und seinerseits von einer weiteren, mit Schießscharten versehenen Mauer, der sogenannten Kehlmauer, in Richtung Rurverlauf begrenzt wird. Die gesamte Anlage erstreckte sich auf einer Fläche von 600 m x 300 m auf der linken Rurseite und sicherte zum einen den strategisch wichtigen Rurübergang, die Straßenverbindung nach Aachen und die Westflanke der Jülicher Stadtbefestigung, vor allem aber den Stadteingang am Aachener Tor. Zum anderen ist der Brückenkopf ein wichtiges Element des um 1800 entwickelten Gesamtverteidigungskonzeptes der französischen Armee für die Festung Jülich, das einen weiteren Ausbau der renaissancezeitlichen Stadt- und Zitadellenbefestigung sowie den Neubau einer Festungsanlage auf der Merscher Höhe vorsah.

Die geplanten Ausbaumaßnahmen des Gesamtverteidigungskonzeptes wurden auf Befehl Napoleons, der Jülich im Jahre 1804 besuchte, nur noch in deutlich reduziertem Umfang bis 1813 fortgesetzt.
In preußischer Zeit wurden einige Umbauarbeiten an dem Festungsbauwerk vorgenommen und ein Artilleriewagenhaus sowie ein Wachgebäude auf dem Waffenplatz errichtet. Der preußischen Armee diente der Brückenkopf bis 1898 als Lager und Exerzierplatz. Bereits um 1860 hatte er allerdings, ebenso wie die gesamte Stadtbefestigung Jülichs, durch das Aufkommen neuer Waffentechniken seine strategische Hauptbedeutung verloren.

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